‘Nen Cocktail zuviel?

Es mag sein, dass mir – unmöglich wär es wahrhaftig nicht – ein neuer Trend in der nördlichen Nachbarstadt entgangen ist, aber die folgende Analogie, die „Spiegel Online“ unter bislang ungeklärten Umständen aufwirft, ist dennoch einfach dermaßen verquer, da muss doch eine schöne Gechichte hinterstecken, die der Nachwelt nicht verborgen bleiben darf:

Was auf der Rostra in Rom erfolgreich war, müsste auch auf einer Cocktail-Party in Krefeld funktionieren.

Zum endgültigen Überzeugen des in Kant’scher Tradition stehenden Lesers der Gegenbeweis: Wenn hinter jenem Satz keine schöne Geschichte steckte, warum gebraucht der SpOn-Angestellte dann nicht anstatt des lieb- und einfalls-, in erster Linie aber zusammenhanglos erscheinenden Krefelds das alliterarisch ungleich passendere Castrop-Rauxel?

Having said that: Krefeld is the new Wanne-Eickel. Prototyp trostloser, westdeutscher Provinz und als Ziel einer pseudoironischen Bemerkung aus den großen Hotels und Verlagen dieser Welt immer gerne genommen.

Hamburg, das Venedig des Nordens.

Krefeld, das Brandenburg des Westens.

Nachtrag: Mir wurde übrigens mittlerweile angetragen, dass der Krefelder Cocktail wohl tatsächlich ein feststehender Begriff ist. Dabei passte die These doch so gut.


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