Gilt das Grundgesetz auch für die Union?

Ein CSU-Politiker hat in der vergangenen Woche beinahe seinen Flug verpasst und deshalb „im Namen Allahs“ per Mobiltelefon eine Bombendrohung fingiert, damit das Flugzeug nicht abhebt und er doch noch einsteigen kann.

So überaus absurd und absolut unglaublich diese Geschichte auch klingen mag: In Ordnung ist es in meinen Augen dennoch nicht, dass die dpa eine Meldung herausgegeben hat, die heute die Runde in einigen Online-Medien gemacht hat und morgen sicherlich auch Vorlage für diverse Print-Titel sein wird und in der der Vorname des Politikers, sein (gekürzter) Nachname, sein Alter, seine Position in der Jungen Union und der CSU sowie seine Mitgliedschaft in einem Ausschuss genannt werden. Mit Hilfe dieser Angaben (und natürlich Google) ist es sogar möglich, den ausgeschriebenen Nachnamen, seine Anschrift sowie seine Telefonnummer und wahrscheinlich auch noch einiges mehr herauszufinden.

Was wie ein feuchter Traum Wolfgang Schäubles klingt, ist wahrgewordener Albtraum für einen verwirrten Bayern.

Natürlich ist der CSU-Mann der (augenscheinliche) Täter und kein Opfer, natürlich hat die CSU es als Ganzes verdient, an den Pranger gestellt zu werden und unter Umständen handelt es sich – mit dem im Hirn eines CSU-Politikers offensichtlich obligatorischen Verweis auf Allah – hierbei sogar um Volksverhetzung. Das alles ändert aber nichts daran, dass eine derartige Verletzung der Persönlichkeitsrechte einer einzelnen Person, die zumindest bisher keine relative Person der Zeitgeschichte ist, Metier der Bild-„Zeitung“ ist und bleibt und nirgendwo etwas verloren hat.

Deshalb: Das Menschenrecht gilt auch für CSU-Politiker. Die können ja nichts für ihre Dummheit.

(via Nerdcore)


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