Wieso sehen die Dinge aus, wie sie aussehen?

… fragt seit einigen Wochen der Sprecher irgendeiner Autoreklame, deren Marke ich schon wieder vergessen habe. Die Marke ist aber auch weniger wichtig, mir gehts um die Beantwortung der Frage. Die lautet nämlich – zumindest aus meiner Sicht – ganz eindeutig: Weil sich die Form von Sachen in Jahrzehnten, Jahrhunderten, vielleicht Jahrtausenden zu ihrer heutigen Form gebildet hat und die Menschen in ihrem kollektiven Gedächtnis einfach abgespeichert haben, dass bestimmte Sachen so aussehen, wie sie aussehen und dementsprechend auch eine Erwartungshaltung an ein Produkt haben.
Ich bin zwar kein Usability-Experte (oder wie sich diese Berufsgruppe auch immer schimpfen mag), aber selbst mir ist klar, dass – um bei dem Beispiel, das in besagter Werbung genannt wird, zu bleiben – ein Briefkasten aussieht wie ein Briefkasten, weil Otto Normalbriefinbriefkastenschmeißer weiß, dass er einen Brief in einen gelben Kasten schmeißen muss und nicht in ein grünes Designungetüm, das entfernt an einen Außerirdischen oder wahlweise auch an das Monster von Loch Ness erinnert.

Sobald der Wagen, der beworben werden soll, ins Bild rollt, wird eh klar, dass der gesamte Spot nur ein selbstreferenzieller Ironiestreifen sein kann, der die ständigen „Revolutionen“ und „nie dagewesenen Rekorde“ anderer Hersteller durch den Kakao zieht, denn ehrlich gesagt sieht dieses Auto doch aus wie jedes x-beliebige andere Auto, oder etwa nicht?

Die Macher wissen also, warum die Dinge so aussehen, wie sie aussehen – und das ist auch gut so.


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