Miro – und gut (mit Einschränkung)

Ich schwanke gerade zwischen Euphorie und … na ja, nicht ganz so großer Euphorie – und zwar wegen Miro.
Miro ist ein kleines Programm, mit dem man Videoinhalte von Webseiten abonnieren kann, ähnlich wie Texte für einen Feedreader. Ich hatte das vor ein paar Monaten schon mal ausprobiert und war eigentlich – nicht zuletzt, weil Miro Open-Source ist – begeistert von der Idee, habs dann aber doch wieder aus den Augen verloren, weil ich nicht auf Anhieb allzu viele Channels gefunden hatte, die mich interessierten. Seit ein paar Tagen jedoch bietet auch der NDR viele Videos für Miro an, unter anderem von Xtra3.
Zum Start hat ndr.de dann ein Interview mit zwei Miro-Machern geführt. Dabei ist es weniger wichtig, was in dem Gespräch gesagt wurde, sondern wie es veröffentlicht ist – nämlich unter CC-Lizenz. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, leider bisher die absolute Ausnahme.

Nachdem Sven Bruns nun heute im Tagesschau-Blog darauf hingewiesen hat, dass auch die Tagesschau-Hauptausgabe sowie die Tagesthemen über Miro abrufbar sind, bin ich wieder Feuer und Flamme und habe den Tagesschau-Channel natürlich sofort abonniert.

Eine negative Sache möchte ich anmerken, die aufgrund ihrer Kleinlichkeit wohl zeigt, wie gut das Angebot jetzt schon ist: Obwohl die Tagesthemen eigentlich im Format 16:9 ausgestrahlt werden, werden sie im 4:3-Format an Miro übertragen, was auf meinem Breitbildschirm natürlich unschön aussieht, da dann an allen Seiten viel ungenutzte, schwarze Fläche zu sehen ist. Wenn dann die Menschen bei den Tagesthemen auch noch eine Videosequenz zeigen, in der George W. Bush zu sehen ist und die wohl eigentlich im 4:3-Format ist, jedoch künstlich auf 16:9 verbreitert wurde, kommt es zu einem wirklich eigentümlichen Bildgenuss:

George W. Bush in den Tagesthemen – Screenshot von Miro

Aber man kann ja nicht alles haben – und wenn man sich bei den Öffentlich-Rechtlichen weiterhin so offen gegenüber neueren Entwicklungen zeigt, dann würde es mich nicht wundern, wenn die es auch bald hinkriegten, das Video in der richtigen Breite zu senden.


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