Der große MainPlog-Schneeführer

Draußen liegt mittlerweile schon seit ein paar Tagen so ein weißes Zeugs rum, das ich nach längeren Rumfragen und dank langen Gesprächen mit alten Leuten, die früher™ schon gelebt haben, als Schnee identifiziert habe. Leute meines Alters kennen das vielleicht nicht und brauchen noch Hilfe um damit auch klar zu kommen und nicht hemmungslos vor Schreck zu erstarren oder im Schnee zu ertrinken. Also folgt hier der große MainPlog-Schneeführer:

1. Schnee ist weiß. Manchmal aber auch gelb. Ja, wirklich. Gelber Schnee ist kein Gerücht, den gibt es echt an jedem zweiten Straßenschild und an jeder Mülltonne, sofern es irgendwo noch welche gibt.
2. „Fahr nicht über den Feldweg, der ist nicht gestreut“, wie es manche Eltern bestimmt gesagt haben, ist Schwachsinn. Gestreut heißt Matsche. Nicht gestreut heißt zwar teilweise Eis, aber größtenteils, grade auf Feldwegen, Schnee. Schnee ist meistens keine Matsche und nicht dreckig. Matsche fliegt besser als Schnee, womit wir zum nächsten Punkt kommen.
3. Sollte sich das Fahren auf Hauptstraßen nicht vermeiden lassen, sollte man bedenken, dass der Fahrradweg voll mit Schnee ist, da die Straße natürlich frei sein muss. Wegen besagter Matsche ist es dann keine gute Idee, auf der rechten Radspur der rechten Fahrbahn zu fahren (links vom Fahrradweg also). Die Autos weichen dann natürlich aus und fahren so, dass sie durch die Matsche fahren, die zwischen den beiden Reifenspuren entsteht und einen vollspritzen. Mit Matsche. Die dreckig ist.
4. Feldwege fahren macht aber auch viel mehr Spaß. Grade in hohem Schnee oder auf Eis macht es einfach nur Spaß schnell zu fahren und möglichst viel zu bremsen, es aber trotzdem zu schaffen, sich nicht hinzulegen. Da man sich der Gefahr aber immer bewusst sein sollte, ist es, wenn es dann passiert, auch nicht wirklich schlimm.
5. Wenn sich Hauptstraßen nicht vermeiden lassen, sollte man auf den Fußgängerwege ausweichen. Die sind zwar auch gestreut, meistens zumindest (sonst klagen!), aber matscht bei weitem nicht so.
Außerdem macht es total Spaß sich von Pärchen mit ihrem kleinen Baby beim Sonntagsspaziergang anmeckern zu lassen (schöne Grüße an dieser Stelle) von wegen Fußgängerweg und so.
6. Wenn man wegen Kälte außwärts schläft, sollte man bedenken, dass es am nächsten Tag 11 cm Schnee geben könnte, wodurch Fahrrad fahren noch blöder ist.
7. Stoffhandschuhe sind scheiße. Ja, irgendwann hat man das Gefühl, dass die Finger zuhause geblieben sind. Das mit dem Händereiben während des Fahrens ist freihändig bei dem Schnee zwar sehr spaßig, aber auch sehr holprig. Skihandschuhe sind besser, aber auch nur eine begrenzte Zeit lang.
8. Holperstrecken können aber auch von Vorteil sein. Manche Leute suchen sich Offroad-Strecken, ich fahre einfach einmal um den Kreisverkehr und freue mich nachher über diverse Dellen in meinen Reifen.
9. Wenn richtig Schnee liegt und sich eine Durchsage des Schulleiters gegen unerlaubtes Schneeballwerfen lohnen würde, kommt keine. Schön :-)
10. Wenn auf dem Thermometer -9,5° steht, dann stimmt das. Leider. Sich dann noch am Samstag über die blöden Boulevard-Typen von RTL-aktuell lustig zu machen, weil die irgendwas von -12° labern ist im Nachhinein irgendwie peinlich.

Ich hoffe, die Leser des MainPlogs kommen jetzt sicher durch diese wahlweise arktische oder sibirische Kälte. Ergänzungen fürs Überleben bitte in die Kommentare.


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