When I get bored, I stop being bored and be amazed instead. True story.

Dieser Beitrag bezieht sich auf keine Trigami-Text-Review-Kampagne. Dieser Beitrag ist also nicht bezahlt, spiegelt aber trotzdem meine subjektive Meinung wider.

Vielleicht bin ich insofern abnormal, als ich mich schwerlich amüsieren kann, wenn um mich herum 2000 Leute sitzen, die akribisch darauf achten, bei exakt jedem Witz besonders laut zu lachen, damit auch alle um sie herum mitbekommen, dass sie den Witz verstanden haben – und bei besonders offensichtlichen Witzen dem Sitznachbarn ein triumphierendes „Hahahaha, der war gut, ne? Hasse den verstanden, he? Also, ich schon. Toll, ne? Hahaha“ zuzugrinsen. Vielleicht bin ich mit meiner Definition einer rethorischen Frage zu altbacken für die heutige Menschheit, die auf die Frage des Kabarettisten, ob sein Publikum diese heutige Menschheit in ihrer unendlichen Komplexität noch verstünde, unisono mit „Nein“ antwortet. Vielleicht sollte ich mir zwecks Sozialisierung abgewöhnen, einen Witz nicht mehr lustig zu finden, wenn ich seine Pointe entweder schon vorhersehen konnte oder ihn wegen Gähnens nicht mitbekommen hab. Vielleicht ist es absurd, dass das eigene Humorverständnis irgendwann beginnt, ständig neue, so noch nicht formulierte Humorpreziosen zu verlangen und einem die ansonsten recht praktische Schubladenfunktion im Kopf alles auf Durchzug schaltet, was den Anschein eines mariobarthesquen Frauen-Männer-Einkaufen-Kochen-Witzes hat – unabhängig davon, ob der Witz selbst vielleicht sogar gut war. Vielleicht habe ich eine falsche Definition von Rassismus im Kopf, die mich denken lässt, dass es widersprüchlich ist, am Anfang des Programms zu geloben, Rassismus außen vor zu lassen, um dann einen Witz über das Äußere von Österreichern abzulassen. (Vielleicht ist Rassismus im allgemeinen Verständnis ja nur Diskriminierung uns vergleichsweise ferner Kulturen bzw. deren Kinder und bei uns recht nahen Kulturen kann es gar kein Rassismus mehr sein, weil es ja nur nett gemeint ist.) Vielleicht irre ich mich ja, wenn ich den Eindruck habe, dass Witze über Selbstmordattentäter, Osama bin Laden, Koran, Islam, Christentum, Buddhismus und – als Höhepunkt – alle möglichen total gegen den Strom schwimmenden Nazi– und Hitlervergleiche selten witzig und noch seltener innovativ sind. Vielleicht ist es die übliche Verneblung der Vergangenheit, die mich denken lässt, dass Dieter Nuhr früher niveauvoller, frecher und weniger auf größtmöglichen Konsens bedacht war als heute.

Alles falsch. Dieter Nuhr hat sich einfach nur einen ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, von mir gesehen zu werden, denn mein Lachreflex hatte in den letzten Wochen einiges zu tun und dürfte deshalb stark übermüdet gewesen sein. Der Grund:

(direkt zum YouTube-Video)

Bitte macht euch selbst ein Geschenk und schaut euch diese fantastische Serie an. Zur Not samstags irgendwann um 14 Uhr oder so auf Pro Sieben. Aber wirklich nur zur Not, denn selbst wenn ihr kein Englisch könnt: Für „How I Met Your Mother“ lohnt es sich, Englisch zu lernen.


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