Dem wachsamen Fanboy-Auge entgeht fast nichts. Nur das wichtige.

Am Freitagabend strahlte Sat.1 zum ersten Mal Kesslers Knigge mit Michael Kessler aus, den die meisten wohl von Switch Reloaded oder der Berliner Nachttaxe kennen. Ich fand die Sendung durchwachsen; habe zwar einige Male auflachen müssen, mich aber insgesamt doch über die Witzarmut gewundert.
Einer der amüsanteren Sketche war in meinen Augen „10 Dinge, die sich nicht tun sollten, wenn ihr Sohn in der Pubertät ist“. Er spielte im Zimmer des Sohnes, das aussah wie ein ganz normales Jugendzimmer:

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Erst am Samstagmorgen erfuhr ich vom Chef, dass dieses Zimmer wirklich außergewöhnlich war, zumindest sein Interieur. Was mir während der Sendung selbst nämlich gar nicht aufgefallen war: An der Wand und auch an der Zimmertür hängt jeweils ein Poster der besten Band der Welt, Capricorn.
Regelmäßige MainPlog-Leser werden diesen Satz schon nicht mehr lesen, da sie – der ständigen Erwähnung dieser Band auf diesen Seiten überdrüssig – das Tab geschlossen haben oder zum nächsten Element in ihrem übervollen Feedreader gesprungen sind, alle anderen kennen Capricorn wahrscheinlich gar nicht, was durchaus kein Wunder ist: Ein Sechstel der gescrobbelten Capricorn-Titel bei Last.fm haben der Chef und ich gehört – und es gibt mindestens drei Bands, die Capricorn heißen; der tatsächliche Prozentsatz ist also noch höher. Soviel zur Bekanntheit der Band.
Bekanntheit hat zwar zum Glück nichts mit Qualität zu tun, leider aber mit Erfolg, weshalb das Projekt Capricorn Ende 2007 nach nur zwei Alben beendet wurde. Seitdem hört man noch weniger von den drei Musikern als zuvor:

Nicht die besten Voraussetzungen also, um anderthalb Jahre nach Auflösung der Gruppe zumindest als Poster den Sprung ins große Fernsehen zu schaffen. (Im inzwischen eingestellten Spartensender GIGA immerhin hatten Capricorn in verkleinerter Besetzung schon mal einen Auftritt.) Wie es zu dem jetzigen, unerwarteten und ungeheuren Popularitätsschub kommen konnte und wo die Zimmerszene gedreht wurde, waren deshalb die naheliegenden Fragen, mit denen MainPlog-Chefinvestigator MainP den Hauptdarsteller knallhart konfrontierte. Dieser antwortete so präzise wie abgeklärt:

In einem Haus in Köln, Poster kommt von Requsite…

Und weils ebenso schön wie unglaublich ist, dass ein Zimmer in einer Sendung von und mit Michael Kessler fast so aussieht wie das Zimmer des Chefs, hier noch ein weiteres, etwas schärferes Bild des Sketches, das man in einer Sat.1-Bildergalerie zur ersten Folge „Kesslers Knigge“ finden kann:

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Selten war ich dankbarer für eine dieser endlosen Klickstrecken. Und selten war ich zuversichtlicher, dass jetzt endlich der verdiente internationale Durchbruch für Capricorn kommt und sie sich wiedervereinigen. Wegen zweier Poster in Sat.1.

P.S.: Übrigens hängt an der Wand auch ein Poster von Age of Orange, einer weiteren Band von Wolfgang „Wölli“ Rohdes Label Goldene Zeiten Records. Eine Koinzidenz („Ähm, Leute, ich hab hier so Poster in der Mülltonne meiner Oma gefunden. Ich kenn die Truppe zwar nicht, aber ihr braucht doch Bandposter für dieses Jugendzimmer, oder?“) kann also nach den neuesten Erkenntnissen renommierter Experten ausgeschlossen werden.


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