Das Leertastenverhalten in Google Chrome
Ihr kennt das: Statt ständig zu scrollen oder die Pfeil-nach-unten-Taste zu malträtieren, bieten die Browser und viele andere Programme die Möglichkeit, die Leertaste zu betätigen, um eine »Seite« weiter nach unten zu gelangen. Viele Browserhersteller haben das ziemlich genau gemacht: Wenn es hochkommt, kann man nach Druck auf die Leertaste noch genau die Zeile am oberen Bildschirmrand sehen, die vorher ganz unten war.
Und damit zu Google Chrome. Hier wurde es nämlich bis vor kurzem anders gehandhabt: Sicherlich fünf, sechs Zeilen des alten Textausschnitts waren auch anschließend noch zu sehen. Was beim Umstieg von einem anderen Browser zuerst noch gewöhnungsbedürftig war, stellte sich schnell als sehr vorteilhaft heraus, denn so war man in seiner Wahl, wann man die Leetaste betätigt, viel freier. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Absatz Teil dieses Bereichs war, war recht hoch, so musste man nicht mitten im Satz seinen Lesefluss unterbrechen, sondern konnte meist eben bis zum Absatz warten.
Wie gesagt: bis vor kurzem. Seit (etwa, die Versionen springen ja ziemlich schnell hoch) Version 14 hat sich Chrome offenbar ein Vorbild an den übrigen Browsern genommen und zeigt auch nur noch höchstens zwei Zeilen doppelt an. Ich könnte mich eventuell sogar wieder an dieses neue, alte Verhalten gewöhnen, wenn nicht – seit ich Google Chrome als Hauptbrowser nutze – viele große Seiten ihre Optik dahingehend überarbeitet hätten, dass der Kopfbereich fixiert am oberen Bildschirmrand bleibt. Ist euch das mal aufgefallen? Facebook, Twitter, TechCrunch, … Am großzügigsten mit Bildschirmplatz gehen ausgerechnet Produkte aus dem Hause Google um: Google+ zeigt ganze 92 Pixel am oberen Bildschirmrand dauerhaft an; die Google-Bildersuche sogar 160 Pixel, ein Fünftel der gesamten mir im Vollbild zur Verfügung stehenden Höhe. Die Folge: Statt mir einen Absatz freundlicherweise doppelt anzuzeigen, werden ganze Absätze gleich unterschlagen. Mit dem Verhalten von Google Chrome <~14 wäre das nicht passiert, hier hätte ein Druck auf die Leertaste ziemlich genau dem Verschieben des Textes um den angezeigten Inhalt entsprochen.
Ich bin ein großer Fortschrittsfreund und schreibe das hier nicht auf, weil früher alles besser gewesen wäre, sondern weil diese Änderung im Gegenteil ein Rückschritt ist und die gegenwärtige Entwicklung des Webs ignoriert. Vielleicht ist der für die Scrollhöhe der Leertaste zuständige Mensch beim Google-Chrome-Entwicklerteam ja nicht mit der gegenwärtigen Entwicklung einverstanden, aber sollte dieser Kampf gegen den fixierten Kopfbereich wirklich vor den Augen der Nutzer ausgetragen werden? Durch diese Änderung jedenfalls wurde die Leertaste für mich auf einem Großteil der Seiten, die ich täglich aufrufe, nutzlos.
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- Autor:
- Patrick
- Veröffentlicht:
- 16.11.2011 / 12:21 Uhr
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- Web
- Tags:
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Google Chrome, Leertaste
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