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	<title>MainPlog &#187; Zeitung</title>
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	<description>Ich bin ein Eierkopf, sie sind die Eierköpfe, ich bin ein Walross, GRUNZ!</description>
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		<title>Gedankenreise durchs Jahr, das kommende Jahrzehnt und die Jahrhunderte</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 18:12:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über René bin ich auf den Spiegel-Artikel von 1977 gestoßen. Darin steht der Satz: Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in Bonn, [sic] gedenkt die Musikbranche des Tages, an dem der Erfinder Thomas Alva Edison vor 100 Jahren zum erstenmal „Mary Had A Little Lamb“ auf eine Tonkonserve sang. »Nanu,« dachte ich, »das kommt mir aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Nerdcore: Hometaping is killing Music – Artikel von 1977 auf spOnline" href="http://www.nerdcore.de/wp/2009/12/23/hometaping-is-killing-music-artikel-von-1977-auf-sponline/">Über René</a> bin ich auf den <a title="Klangsupermarkt zum Nulltarif" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40915958.html">Spiegel-Artikel von 1977</a> gestoßen. Darin steht der Satz:</p>
<blockquote><p>Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in Bonn, <em>[sic]</em> gedenkt die Musikbranche des Tages, an dem der Erfinder Thomas Alva Edison vor 100 Jahren zum erstenmal „Mary Had A Little Lamb“ auf eine Tonkonserve sang.</p></blockquote>
<p>»Nanu,« dachte ich, »das kommt mir aber bekannt vor, habe ich diese Tonkonservengeschichte nicht kürzlich noch in einer Hausarbeit angerissen? Aber ja doch, und ich habe doch sogar schon einen Sprechstundentermin mit der Dozentin vereinbart, um die Arbeit durchzugehen. Wann war der noch? Mhm, mal im Kalender nachschauen.<br />
Seltsam, steht nichts drin. Also kurz die E-Mail finden, in der sie das Datum genannt hat. Ah, das ist sie ja. Mhm, 21.12. Welchen haben wir denn heu… Waaaas, 23.? Warum stand das nicht im Kalender? Ach, stimmt, da ist noch eine Mail, sie hat die Sprechstunde ja ins Neue Jahr verschoben. Also schnell in den Kalender eintragen, bevor ichs wirklich verpasse.<br />
Oh, der andere Termin ist aber ungünstig, warum ist mir das denn nicht früher aufgefallen? Muss ich sie wohl mal anschreiben, ob sich das verschieben lässt. Jetzt vor Weihnachten ist allerdings blöd, sie schaut ja sicher nicht über die Feiertage ihre E-Mails nach – und dann geht meine Mail anschließend bestimmt unter. Kann ich ja dann nächstes Jahr in einem Wusch mit den Klausuranmeldungen abarbeiten. Ach, stimmt, da muss ich ja auch noch ein paar Dokumente zusammensuchen. Die müssten in dem einen Ordner sein. Wo war der noch? Ich glaub, den habe ich auf die externe Festplatte ausgelagert. Hm, habe ich die Sachen nicht noch irgendwo ausgedruckt rumfliegen? Könnte drüben bei den Schallplatten sein. Oh, ich muss dran denken, morgen die Bing-Crosby-Platte aufzulegen. Überhaupt hab ich schon wieder viel zu lange keine Platte aufgelegt. Würde sich doch jetzt anbieten. Was haben wir denn da? Ah, was könnte zum Ende dieses Jahres besser passen als ›Thriller‹?«<br />
Also legte ich »Thriller« auf und genoss den immer noch superben Sound, als mir wieder einfiel, wie ich denn überhaupt in die aktuelle Situation gekommen war: durch einen Spiegel-Artikel von 1977, der so beginnt:</p>
<blockquote><p>Die Musikbranche feiert den 100. Geburtstag des Tonträgers und wagt sich nicht einzugestehen, daß das „Jahrhundert der Schallplatte“ zu Ende geht.</p></blockquote>
<p>Im Folgenden wird dann der Siegeszug der Tonband-Kassette beschrieben.<br />
Wenn alle Vorhersagen so zutreffend wären, bräuchten sich die Verlage ja nicht vor der kommenden Dekade fürchten, über die so mancher Verlagsmanager jetzt schon rumheult, dass in ihr aufgrund des Medienwandels so manche Zeitung zum letzten Mal erscheinen wird, wenn nicht die bösen, bösen Nicht-mehr-Leser staatlicherseits dazu gezwungen werden, Totholz zu kaufen.</p>
<p>Über Tonband-Kassetten spricht kein Mensch mehr; die Schallplatte ist aktuell wie eh und je. Warum? Weil die Menschen Beständigkeit und Qualität schätzen und dafür bereit sind, etwas zu bezahlen. Da habt ihrs, Verlage: Beständigkeit und Qualität. Frohes Fest.</p>
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		<title>David, Goliath, schwarz, weiß und der Rest vom Kuchen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 22:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[The current battle for how the Internet will “monetize” news divides pretty cleanly between managers of established media properties and people who spend their working lives in the new-media business. Das schreibt Michael Wolff in einem sehr guten Portrait über Rupert Murdoch – und Recht hat er. Meine weitergehende Behauptung: die Schlacht spielt sich nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>The current battle for how the Internet will “monetize” news divides pretty cleanly between managers of established media properties and people who spend their working lives in the new-media business.</p></blockquote>
<p>Das schreibt Michael Wolff in einem sehr guten <a title="Vanity Fair: Michael Wolff on Rupert Murdoch" href="http://www.vanityfair.com/business/features/2009/11/michael-wolff-200911">Portrait über Rupert Murdoch</a> – und Recht hat er.<br />
Meine weitergehende Behauptung: die Schlacht spielt sich nicht nur zwischen jenen ab, die ihren Tag hauptsächlich im Netz verbringen, und den „Digital Naïves“, sondern auch zwischen den eher konservativen und den eher links–liberalen Medien und Verlagen. Paradebeispiele hierfür sind natürlich auf der einen Seite Murdoch und sein <a title="News Corporation" href="http://www.newscorp.com/">Medienimperium</a>, auf der anderen Seite der ebenfalls im Portrait genannte liberale <a title="Guardian" href="http://guardian.co.uk">Guardian</a>.<br />
Aber auch in Deutschland kann man diese Grenze, wenn auch nicht ganz so schwarz–weiß, sehen: Einerseits der Axel–Springer–Verlag, der Mitte August begonnen hat, seine <a title="iPhone-Ticker: BILD mit erstem kostenpflichtigen App: Mein Klub Premium" href="http://www.iphone-ticker.de/2009/08/14/bild-mit-erstem-kostenpflichtigen-app-mein-klub-premium/">iPhone–Applikationen kostenpflichtig</a> zu machen und den Nutzer alsbald möglich auch für seine Artikel bezahlen lassen möchte, andererseits „Die Zeit“, deren kürzlicher <a href="http://www.zeit.de/administratives/2009-09/relaunch">Online–Relaunch</a> von vielen Experten für seine Handreichung an die Leserschar gelobt wurde, weil er sich der Partizipation und der Diskussion auf Augenhöhe verschrieben hat.<br />
Wieviel von den ursprünglichen guten Vorsätzen einmal überbleiben wird, ist mindestens fraglich – ebenso, ob der <abbr title="Axel–Springer–Verlag">ASV</abbr> wirklich bald eine Mauer um seinen Inhalt ziehen wird, oder ob es sich nicht nur bloß um die üblichen Spielchen handelt, um Möglichkeiten auszuloten. Aus wissenschaftlicher Sicht sind jeweils zwei (noch dazu recht arbiträre) Beispiele sicherlich verwerflich, aber wir sind ja hier nur eine Klowand des Internets*. Also: diese zwei unterschiedlichen Herangehensweisen sind die Extreme, wie man als Medienmensch mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umgehen kann. Repressiv–verweigernd oder kooperativ–aufgeschlossen. Konservativ oder liberal.<br />
Meine (nicht allzu gewagte) Prognose: Wenn die liberalen Medien den Mut und den entsprechenden Atem haben, den in diesen Tagen eingeschlagenen, durchaus unwegsamen Pfad weiterzugehen; die konservativen Medien aber blind Onkel Rupert in seine Bezahl-Sackgasse folgen, gehen die Ersteren als Sieger hervor.<br />
Sollten es die Murdoch–Anhänger dagegen schaffen, die Liberalen mit kurzfristigem Geldsegen in die dunkle Gasse zu locken, werden die Liberalen nichts mehr zu lachen haben, denn: die mit den schlechteren Argumenten schreien lauter und werden eher gehört. Das bekomm ich zwar leider nicht in meine Pfad/Sackgassen–Metapher gepresst, aber ihr, die intelligentesten LeserInnen der gesamten Welt, werdet es natürlich trotzdem verstehen.<br />
Fürs Fazit kommt trotzdem noch eine neue Metapher um die Ecke: Bezahlinhalt als vergifteter Apfel. Schön, nicht?</p>
<p>(<a title="Indiskretion Ehrensache" href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2226">via Indiskretion Ehrensache</a>)</p>
<p><strong>Nachtrag, 0:25 Uhr:</strong> Soeben <a title="Twitter: Simon Columbus’ Statusnachricht" href="http://twitter.com/simoncolumbus/status/4638922222">über Simon Columbus</a> auf ein Zitat von <a title="Website von Scott Monty" href="http://www.scottmonty.com/">Scott Monty</a> gestoßen, das dieser beim mir bisher unbekannten <a title="MIMA Summit" href="http://www.mimasummit.org/">MIMA Summit</a> gebracht hat und das den Bezahlinhalts–Unterstützer noch mal gut einen vor den Latz knallt. Seid stolz darauf, dass die Leute euch lesen und bestraft sie nicht dafür, dass ihr euch den Werbemarkt durch die Lappen habt gehen lassen: „If you love your content, set it free. If it loves you, it will come back. If not, hunt it down &#038; kill it.“</p>
<p><strong>Nachtrag, 11. Oktober:</strong> Wie zu erwarten, war meine Schwarz–Weiß–Malerei natürlich viel zu unausgereift. <a title="carta.info: Wolfgang Blau: “Der ideologische Widerstand, eigene Rollenbilder zu überdenken, ist groß.”" href="http://carta.info/16015/wolfgang-blau-zeit-online-journalismus-medienwandel/">Wolfgang Blau, Chefredakteur von „Zeit Online“, im Interview auf carta.info</a>: </p>
<blockquote><p><em>Was planen Sie noch in Sachen Paid Content?</em><br />
Nahe liegend sind natürlich iPhone-Apps, weil die Bezahlstruktur dahinter schon vorhanden ist. Wir haben da mehrere Projekte in der Pipeline.</p></blockquote>
<p>Ich fasse zusammen: „Zeit Online“ (die ich als positives Beispiel für eine liberale und auf Werbeerlösen ausgerichtete Seite angeführt hatte) will iPhone–Apps kostenpflichtig machen (wofür ich <abbr title="Axel–Springer–Verlag">ASV</abbr> gescholten hatte). Tja, Patrick, Thema verfehlt, 6, setzen.</p>
<p>* „Klowände des Internets“ stammt übrigens von Jean–Remy von Matt. Ja, der Jean–Remy von Matt, dessen Werbeagentur „Jung von Matt“ den Werbeslogan „BILD dir deine Meinung“ entwarf.</p>
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		<title>Wie die Zeitungen durch die dumme Jugend sterben – oder andersrum</title>
		<link>http://blog.mainp.de/2009/03/25/wie-die-zeitungen-durch-die-dumme-jugend-sterben-oder-andersrum/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 03:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weil in den Vereinigten Staaten grad die Zeitungsbranche ein bisschen vor sich hinkriselt und auch auch ein paar Hochglanzmagazine in Deutschland schon über die Spree gegangen sind, hält das Allensbach-Institut es für nötig, sich über den Zustand der hiesigen Zeitungen besorgt zu zeigen und dafür als Schuldigen die Jugend auszumachen. FTD.de schreibt: Nach Erhebungen des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil in den Vereinigten Staaten grad die Zeitungsbranche ein bisschen vor sich hinkriselt und auch auch ein paar Hochglanzmagazine in Deutschland schon über die Spree gegangen sind, hält das Allensbach-Institut es für nötig, sich über den Zustand der hiesigen Zeitungen besorgt zu zeigen und dafür als Schuldigen die Jugend auszumachen. <a title="FTD.de: Allensbach besorgt um Tageszeitungen" href="http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Internetboom-Allensbach-besorgt-um-Tageszeitungen/491149.html">FTD.de schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Nach Erhebungen des Instituts für Demoskopie haben sich 1980 noch 72,3 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen täglich über die Tageszeitung informiert. 2008 seien es nur noch 41,1 Prozent gewesen[. …]<br />
Das Internet führe zu einer &#8220;Zeitenwende im Umgang mit Informationen&#8221;, betonte [Allensbach-Chefin] Köcher. Entscheidend sei hierbei weniger die steigende Häufigkeit in der Nutzung des Internets, sondern die generelle Veränderung der Mediennutzung: &#8220;Das Internet verändert die Nutzung aller anderen Medien.&#8221; Der typische Internet-Nutzer neige dazu, ein Medium nur noch zu nutzen, wenn er ein gezieltes Informationsbedürfnis habe.<br />
Das Internet werde dabei genutzt wie ein &#8220;Informationsvorratsschrank&#8221;, der rund um die Uhr zur Verfügung stehe, sagte die Allensbach-Chefin. Daraus resultiere ein sinkendes Bedürfnis, sich regelmäßig &#8220;auf dem Laufenden&#8221; zu halten, und entsprechend eine sporadischere Nutzung aller anderen Medien: &#8220;Bei den Jüngeren haben sich viele davon verabschiedet, sich täglich zu informieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun bin ich kein Meinungsinstitut und habe deshalb keinen Überblick über die Jüngeren, aber das kompensiere ich locker mit einer übersteigerten Selbstwahrnehmung. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass ich überdurchschnittlich viele Medien konsumiere, aber unterschiedliche Mediennutzung gibt es schon seit Beginn der Medien, deshalb habe ich mir mal das unverschämte Recht rausgenommen, ein paar Gedanken über den Informationsvorratsschrank und seinen so sehr anders genutzten analogen Vorläufer aufzuschreiben:</p>
<h2>Keine Träne um des Weinens willen</h2>
<p>Wenn die Zeitungen nicht weiter an Leserschaft verlieren wollen, müssen sie dem Internet etwas entgegen setzen, das es selbst nur in eingeschränktem Maße zu leisten im Stande ist: Hintergründe, Analysen, Meinungen. Ruhe ausstrahlen, Orientierung bieten. Das ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Was kommt aber stattdessen? Geplärre über die bösen LeserInnen, die scheinbar grundlos keine LeserInnen mehr sein wollen; austauschbare, ohne Liebe zusammengesteckte Agenturinhalte, die von den LeserInnen nur im besten Fall noch eine rudimentäre Lesefähigkeit verlangen, weil nichtssagende Bilder zumindest den Platz besetzen, der mit mehr nichtssagendem Text auch nicht besser gefüllt wäre; Imitation der schlechten Seiten des Netzes, weil man denkt, dass LeserInnen in einer Zeitung genau das Suchen, was auch im Netz viele Klicks bringt, dabei aber in Brandtexten das Netz mit genau diesen schlechten Eigenschaften gleichsetzen – oder wie der stets die richtigen Worte findende <a title="Stefan Niggemeier: Der Kulturkampf gegen das Web 2.0" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/der-kulturkampf-gegen-das-web-20/">Stefan Niggemeier vor ein paar Tagen schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>Journalisten nutzen das Internet, um die berechtigte Kritik an ihrem eigenen Vorgehen systematisch auf die Amateur-Publizisten zu projizieren. Womöglich hat das nicht nur eine strategische, sondern auch eine psychologische Komponente und hilft irgendwie, den unterschwelligen Selbsthass zu kompensieren.</p></blockquote>
<p>Ja, das Zitat bezog sich auf Journalisten-Texte, die im Internet veröffentlicht wurden – genau wie der Stammlesern wohlbekannte Satz <cite>Sie begehen Selbstmord aus Angst vor dem Tode</cite> aus dem 2007 veröffentlichten <a title="Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet; wie das Web den Journalismus verändert" href="http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/04417inf.html">Gutachten der Friedrich-Ebert-Stiftung</a>, aber ich denke, die Aussagen lassen sich auch auf gedruckte Texte zum Thema übertragen. Bevor jemand einwendet, ich scherte hier alle Zeitungen (bzw. ihre Journalisten) über einen Kamm: Stimmt, und das ist wahrlich eine unzulässige Verallgemeinerung.<br />
Aber: Ich verlange kein Geld von euch dafür, dass ihr euch unzulässige Verallgemeinerungen durchlest und beschwer mich auch nicht, dass mir die Zeitungen meine LeserInnen wegschnappen. Ich bin ein Amateur, der es nicht mit einem Journalisten aufnehmen kann. Ich muss es aber auch nicht. Journalisten dagegen müssen es mit mir aufnehmen, sie müssen auf jeden Fall besser sein als ich, denn sonst haben sie kein Existenzrecht und dürfen sich nicht wundern, dass die LeserInnen sich den Stuss lieber für ömme antun.</p>
<p>Ich wohne am Niederrhein, der – wie man so hört – in der mittlerweile fast schon elitär zu nennenden Situation ist, mit <a href="http://wz-newsline.de"><em>Westdeutscher Zeitung</em></a> und <a href="http://rp-online.de"><em>Rheinischer Post</em></a> zwei Tageszeitungen zu haben. Natürlich sollte ich froh sein, dass es (noch) kein Informationsmonopol oder gar überhaupt keine täglich gedruckten Informationen gibt, aber wenn ich <em>WZ</em> und <em>RP</em> mal durchblättere, bin ich mir nicht sicher, ob die Abwesenheit der Blätter einen so herben Verlust darstellte. Der Mantelteil ist in beiden Zeitungen (wie wahrscheinlich überall) zum Großteil aus Agenturmeldungen zusammengestrickt, die ich tausendfach auch im Internet zugeschmissen bekomme; bei der <em>WZ</em> gibt es neben den Artikeln häufig noch belanglose Zwei-Satz-Kommentare der Redakteure, denen man ihre Lustlosigkeit und fehlende Auseinandersetzung mit dem Thema anmerkt. Brauch ich nicht. Die Gedanken, die da teilweise zu Papier gebracht werden, spül ich morgens die Kloschüssel runter. Die Medienseite der <em>WZ</em> wurde schon vor längerer Zeit fast gänzlich abgeschafft, neben dem Fernsehprogramm des Tages findet sich hier nur noch ein TV-Tipp. Früher hab ich jeden Morgen gierig die Quoten des Vorvortages verschlungen, aber die hielten die Verantwortlichen bei der <em>WZ</em> wohl für verzichtbar. Seitdem hab ich Medienmagazine im Web entdeckt, von deren Existenz ich bis dahin nicht einmal geahnt hatte und die täglich Themen für mich bereit halten, mit denen die <em>WZ</em>-Medienseite wochenlang gefüllt werden könnte.<br />
Ein Medienmagazin wie <a title="Medienmagazin DWDL" href="http://dwdl.de"><em>DWDL</em></a> widerlegt übrigens auch die gelegentlich geäußerte Unterstellung, Qualität könne nicht von „Laien“ angeboten werden; dass dafür die etablierten Medien benötigt würden. Ich möchte mit dem Begriff „Laien“ nicht die Leistung von <em>DWDL</em> herabwürdigen, sondern nur ausdrücken, dass die Seite <a title="DWDL-Blog: Wie alles begann: Die DWDL.de-Story (1)" href="http://www.dwdl.de/features/blog/dasletzte/eintrag_19665.html">quasi als Hobbyprojekt von medienbegeisterten Heranwachsenden gestartet ist</a>.<br />
Wenn Bedarf seitens der Konsumenten vorhanden ist und genügend Motivation auf der Seite der Macher, kann jedes Projekt auch – und durch die geringeren Startkosten grade – im Internet professionell werden.</p>
<p>Ohne Frage lese auch ich – wie wahrscheinlich jeder Mensch – längere Texte lieber gedruckt als auf einem Bildschirm, aber von den lokalen Tageszeitungen kann und sollte ich die nicht erwarten. Dafür sind die Überregionalen da: <em>FAZ</em>, <em>Süddeutsche</em> und dergleichen. Welche Daseinsberechtigung haben lokale Tageszeitungen also noch? Logische Antwort: Der Lokalteil informiert die Menschen vor Ort als einziger umfassend über das, was vor Ort geschieht. Wirklich?<br />
Seitdem die Website meiner Stadt einen RSS-Feed anbietet, habe ich ihn abonniert. Dort werden täglich Pressemeldungen veröffentlicht, die auch – logisch – an die Presse rausgehen. Für einen Journalisten wäre es nun – so sollte man annehmen – erste Aufgabe, sich des Themas anzunehmen, andere Meinungen einzuholen, Hintergrundinformationen zu sammeln. Natürlich ist das nicht bei jeder geänderten Öffnungszeit des Stadtteilbüros möglich und nötig – aber ich erwarte schon, dass ich in der Zeitung morgens andere Sätze lese als im RSS-Feed am Tag zuvor; zumindest aber ein von Fehlern befreiter Wortlaut der Pressemitteilung. Beides ist <em>WZ</em> und <em>RP</em> in vielen, vielen Einzelfällen nicht gelungen: Wenn ein Wort in der Pressemitteilung fehlt oder ein Name falsch geschrieben ist, dann kann man fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich das so auch auf Papier wiederfinden lässt.<br />
Wenn also doch nur vielfach die unkorrigierten Pressemitteilungen so angeordnet werden, dass am Ende möglichst wenig unbedruckte Fläche übrig bleibt: Welchen Vorteil hat ein Lokalteil gegenüber dem RSS-Feed der Stadt?</p>
<p>Ein starkes Argument, das für Regionalzeitungen spricht: Es haben längst noch nicht alle Menschen Internet; grade Ältere würde ohne Zweifel der Zugang zu Informationen abgeschnitten. Die Frage muss aber erlaubt sein: Soll ich nur deshalb weiter Zeitung lesen, weil ich nicht möchte, dass Ommaken ohne Zeitung dasteht? Das kann es nicht sein.<br />
Wie <a title="Netzökonom: Der digitale Graben liegt bei 50 Jahren" href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/03/02/fuer-junge-menschen-ist-handy-wichtiger-als-der-partner-_28002300_cebit-_2300_webciety_2900_.aspx">Netzökonom Holger Schmidt schreibt</a>, hat der <a title="Jeder Zweite findet Leben ohne Internet undenkbar" href="http://bitkom.org/de/presse/8477_57983.aspx">Branchenverband Bitkom festgestellt</a>, dass der „digitale Graben“ bei 50 Jahren liegt. Warum finden sich die Lokal- und Regionalzeitungen (aber auch Meinungsforschungsinstitute wie Allensbach) nicht damit ab, dass dieser „digitale Graben“ existiert? Was spricht angesichts der fehlenden Argumente für die Jüngeren aus Sicht der Zeitungen dagegen, den hoffnungslosen Kampf gegen das Internet aufzugeben und stattdessen eine Konzentration auf ihre (nicht gewollte, aber nun einmal existente) Zielgruppe zu legen?<br />
Ja, sicher, diese momentane Zielgruppe stirbt irgendwann aus, dann hätten die Zeitungen überhaupt keine Kundschaft mehr. Aber dieses Finale steht den meisten Zeitungen sowieso bevor, die nicht – wie oben beschrieben – einen anderen Markt abdecken als das Internet es könnte. Außerdem: Wer sagt denn, dass nicht auch die Jungen irgendwann mal älter werden und kurze, belanglose, austauschbare Texte wieder gedruckt lesen wollen?</p>
<h2>Der Feedreader als Zeitung</h2>
<p>Nun habe ich schon häufig das Argument gelesen, dass im Internet einfach zu viele Informationen bereitgestellt würden und ein einzelner Mensch das gar nicht alles verarbeiten könnte. Die Sache ist nur: Mein Feedreader ist die beste Zeitung, die ich je gelesen habe. Ich bin dank meines Feedreaders informierter als je zuvor und als ich ohne Feedreader je in meinem Leben sein könnte. Er bietet mir aufbereitet alle Informationen an, die ich haben möchte, aber eben nicht nur die, sondern auch vieles, von dem ich nie gedacht hätte, dass es mich interessiert, aber das mich dann beim Überschriftenüberflug innehalten lässt. Wenn mich dann noch die ersten zwei, drei Sätze packen, dann interessiert mich doch gar nicht, ob mich das Thema selbst interessiert – ich lese einfach gern gut geschriebene Stücke, die ich in einem ordentlich sortierten Feedreader aber ungleich besser finde als in zehn gekauften Zeitungen. Die würden nämlich tatsächlich für eine Informationsflut sorgen, der ich nicht mehr Herr werden könnte. Frau Köcher (die Dame vom Beginn, die Älteren erinnern sich vielleicht noch) hat also einfach nicht recht:<br />
Ich nutze das Medium nicht annähernd nur noch, wenn ich ein gezieltes Informationsbedürfnis habe. Im Gegenteil sind mein Feedreader und die darin auftauchenden weiterführenden Links meine liebste und meistgenutzte Prokrastinationsquelle.<br />
Ich nutze das Internet des Weiteren nicht wie einen „Informationsvorratsschrank“, der rund um die Uhr zur Verfügung steht. Daraus resultiert bei mir kein sinkendes Bedürfnis, mich regelmäßig „auf dem Laufenden“ zu halten und wirklich täglich informiere ich mich bewusst erst, seit ich einen Feedreader habe.<br />
Bei zwei Punkten hat sie allerdings Recht: Ich nutze alle anderen Medien sporadischer. Ich weiß aber nicht, was daran grundsätzlich schlecht sein soll, denn andererseits nutze ich andere Medien so viel wie nie zuvor. Wie? Nun, Frau Köcher übersieht wohl, dass das Internet alle anderen Medien in sich vereint: Für das WDR-ZeitZeichen muss ich kein Radio mit in die Uni nehmen, damit ich pünktlich um 9 Uhr dabei bin. Ich kann es mir stattdessen einfach <a title="wdr5.de: ZeitZeichen" href="http://www.wdr5.de/sendungen/zeitzeichen.html">immer anhören</a>. Für die Tagesschau muss ich ebenfalls nicht um 20 Uhr vor dem Fernseher hocken: Ich kann mir sie noch <a title="tagesschau.de: Videoübersicht" href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/index.html">mitten in der Nacht anschauen oder auch noch Jahre später</a>. Und schließlich die tagesaktuellen Informationen, die ich sonst nicht mehr ganz so tagesaktuell in der Zeitung las. Hab ich Medien vergessen? Oh, Spielekonsolen. Tja, die fass ich tatsächlich nicht mehr an. Ein herber Verlust für eine vielfältige Medienlandschaft. Jetzt weiß ich, worum sich Frau Köhler sorgt.<br />
Der zweite Punkt, mit dem sie Recht hat: Das Internet führt zu einer „Zeitenwende im Umgang mit Informationen“. Stimmt ohne Zweifel. Sie müsste mir jetzt nur noch erklären, was daran besorgniserregend sein soll. Ist es nicht stattdessen die Erfüllung eines Traumes der Menschheit, sich selbst – häufig aus erster Quelle – über Ereignisse zu informieren und nicht auf die wahrheitsgetreue Berichterstattung zweiter, dritter und vierter angewiesen zu sein?<br />
Bitte versteht mich da nicht falsch: Ich bin mir durchaus der Gefahr der Informationsfälschung auch und grade in einem (noch) so offenem Medium wie dem Internet bewusst, aber da ich mir sicher bin, dass der Mensch irgendwann das Ideal des mündigen, aufgeklärten Menschen erreichen wird, spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen, dem Menschen so viel Verantwortung zu überlassen, dass er die nötige Medienkompetenz entwickeln kann, richtiges und wichtiges von unseriösem zu trennen. Um diese Medienkompetenz zu entwickeln, stehen ihm so viele verschiedene Informationskanäle zur Verfügung wie nie zuvor und daran würde auch die ein oder andere Regionalzeitung weniger nichts ändern.</p>
<p>Das hört sich alles sehr pathetisch und utopisch an und hat wohl tatsächlich nur wenig mit dem vorliegenden „Problem“ zu tun, wir würden uns weniger über das Tagesgeschehen „auf dem Laufenden“ halten – andererseits ist „Zeitenwende“ nun auch nicht der bodenständigste Begriff, oder? Bei sowas großem darf man auch mal große Worte bemühen.</p>
<h2>… und jetzt?</h2>
<p>Dass eine Besinnung auf die Stärken des Mediums nicht die schlechteste Idee ist, lässt sich – trotz sicherlich schwieriger Zeiten für die Zeitungen – auch an den <a title="textintern.de: IVW – IV/2008 Zeitungen" href="http://www.textintern.de/cgi-local/csBanner/csBanner.cgi?command=click&amp;g=65&amp;id=66">IVW-Zahlen</a> ablesen:<br />
Während Ramsch- und Klatschblätter wie <em>Bild</em>, die in den zahlreichen Gossip-Websites ihre natürlichen Feinde haben und ihnen gegenüber keinen Vorteil – weder inhaltlich, noch zeitlich oder preislich – aufbieten können, rasant an Auflage verlieren, schaffen es die meisten Qualitätszeitungen, ihre Auflage wenigstens zu halten oder – wie die <em>FAZ</em> – sogar ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr herauszuholen. Dieses Plus wird sicherlich nicht durch wörtlich übernommene Agenturmeldungen generiert, sondern durch Inhalte, deren Kauf sich lohnt und die nur auf Papier so richtig Sinn ergeben.</p>
<p>Natürlich ist die Frage der Finanzierung von qualitativ hochwertigen Inhalten im Netz noch weitgehend ungeklärt, aber es kann doch kein Argument für Zeitungen sein, dass die Verlage sich die Information der Bürger ohne Zeitungen nicht leisten können. Dann haben die Verleger versagt und nicht die Bürger. Hier sind Antworten gefragt und keine Schuldzuweisungen.</p>
<p>Das Medium wird sich vielleicht (bzw. ziemlich sicher) ändern, aber die Art des Informationskonsums doch nicht: Wer heute <em>Bild</em> kauft, wird sich auch morgen noch auf Gerüchte- und Skandalblogs rumtreiben. Die, die sich seriös informieren wollen, suchen auch weiterhin aktiv nach den besten verfügbaren Informationen – und finden sie wohl auch noch ein paar Jahrzehnte (oder sogar Jahrhunderte) zumindest partiell noch in den besten Zeitungen. Der Rest hat selbst Schuld.</p>
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		<title>Eilmeldung: Johannes boykottiert Flughafen</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 23:54:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anwalts Bloggers Liebling RP-Online weiß genaueres.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><del datetime="2009-01-28T23:51:13+00:00">Anwalts</del> <ins datetime="2009-01-28T23:51:13+00:00">Bloggers</ins> Liebling <a href="http://rp-online.de/public/article/kempen/666564/">RP-Online weiß genaueres</a>.</p>
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		<title>Das ZDF will auch mal (wieder) in die Bild-„Zeitung“</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 01:10:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es sich zugetragen hat: Im Sommer dieses Jahres war die Flaggen-(Un)kenntnis der ARD – <a title="BILDblog: Bild.de verlinkt neonazi" href="http://www.bildblog.de/3039/bildde-verlinkt-neonazi/">beflügelt durch die Bild-„Berichterstattung“</a> – in aller Munde und bei den Tagesthemen in Hamburg freute man sich – getreu des Ausspruches, dass jegliche Nachricht eine gute Nachricht sei – ein Loch in den Bauch. Nur im fernen Mainz war man beleidigt, denn man drohte in Vergessenheit zu geraten. Also wurde fieberhaft überlegt, wie auch das hauseigene Heute-Journal endlich mal wieder Öffentlichkeit bekommen könnte, ohne ein simples Falschfahnenplagiat herzustellen. Ebenfalls die Farben der Deutschlandfahne vertauschen oder der us-amerikanischen einen zusätzlichen weißen Strich hinzuzufügen – nein, das wäre nun wirklich zu billig.</p>
<p>Das Grübeln ging also weiter: Die Idee, die falsche Deutschlandfahne im Fußballkontext zu zeigen, wie die Tagesthemen es gemacht hatten, war ja schon superb, befand man auf dem Lerchenberg, denn womit könnte man mehr Aufmerksamkeit erreichen bei einem Volk von 80 Millionen Bundestrainern? Den Fußballkontext immerhin könnte man wiederverwenden.</p>
<p>So wurde also beim ZDF überlegt und überlegt, bis jemand einen genialen Einfall hatte, dessen Ergebnis wir heute, nach der für einen öffentlich-rechtlichen Sender beeindruckend schnellen Nachdenkzeit von nicht einmal fünf Monaten, im Heute-Journal das Ergebnis bewundern durften:</p>
<p>Ein Bild von Peter Neururer war da zu sehen, daneben das Logo des MSV Duisburgs. Die Bildunterschrift lautete:</p>
<blockquote><p>Neuer Trainer auf Schalke</p></blockquote>
<p>Schalke. Schalke. Das ZDF hat also auf das geniale Schalke-Konzept zurückgegriffen, mit dem es schon <a title="Wikipedia: Schalke 05" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schalke_05#Sportstudio_und_.E2.80.9ESchalke_05.E2.80.9C">vor 35 Jahren</a> mal die Gemüter der Bild-Schreiber erhitzt hatte. Und da Bild-Schreiber (<a title="Eyesaiditbefore: Hundeklatsche" href="http://www.eyesaiditbefore.de/2008/11/14/hundeklatsche/">ähnlich den PI-Jungs und -Mädels</a>) sich in ihrer jahrelangen Konditionierung auf alles stürzen, was <span style="text-decoration: line-through;">sich halt grad zum Draufstürzen eignet</span> so klingt, als sei es von Belang, wird Bild wahrscheinlich morgen die Absetzung von <a title="Wikipedia: Dunja Hayali" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dunja_Hayali">Dunja Hayali</a> fordern, denn 1. war sie im Bild, als das Missgeschick zu sehen war und 2. ist sie eine Frau und gehört damit hinter den Herd.</p>
<p>Das ZDF wird sein Ziel also erreicht haben: Endlich mal wieder aus der schrecklichen Welt der Nichtbeachtung entkommen, endlich wieder Teil eines Skandals sein. So einfach kann die Bild Menschen glücklich machen.</p>
<p>Wie die Geschichte weitergehen wird, ist auch schon bekannt: In 35 Jahren wird Bild exklusiv einen neuen Trainer für Schalke 05 vorstellen und dazu ein <a title="BILDblog: Kurz korrigiert (64)" href="http://www.bildblog.de/1179/kurz-korrigiert-64/">spiegelverkehrtes Werder-Bremen-Logo</a> einfügen. Dass es bis dahin keine Bild mehr geben wird, lassen wir an dieser Stelle außen vor.</p>
<p>P.S.: Um die <a title="Tagesschau-Blog: Oh nein!" href="http://blog.tagesschau.de/?p=1155">Tagesthemen-Imitation</a> perfekt zu machen, hat man den entsprechenden Beitrag natürlich <a title="DWDL: Peinlich: &quot;Tagesthemen&quot; mit falscher Deutschland-Flagge" href="http://www.dwdl.de/article/story_16421,00.html">ebenfalls</a> aus der <a title="ZDF-Mediathek: „heute journal“ vom 17. November 2008" href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/228?inPopup=true">ZDF-Mediathek-Version</a> heraus geschnitten, deshalb hab ich leider grad keinen Screenshot parat.</p>
<p>P.P.S.: Hört mal, ihr Bild-Leute da draußen: Wehe, ihr bringt das nicht. Meine ganze Argumentation baut auf mein Vertrauen in eure Konditionierung und Vorhersehbarkeit, lasst mich nicht im Stich. Noch mal die wichtigen Stichworte, die ihr euch doch auch sonst nicht entgehen lasst, was man an der 1973er-Sportstudio-Panne von Carmen Thomas und dem Tagesthemen-Ausrutscher aus diesem Sommer sehen kann: Fußball und Öffentlich-Rechtliche und irgendwie auch was weibliches dabei. Das muss doch reichen für euch, oder?</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Medien-Sport-Politik <a title="Medien-Sport-Politik: Das ZDF kennt sich im Pott nicht aus" href="http://www.medien-sport-politik.de/?p=2511">ist <em>es</em> auch aufgefallen</a>.</p>
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		<title>Wer ander&#8217;n einen Börsenkurs gräbt …</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 21:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte an dieser Stelle einen längeren Artikel über die <em>Westdeutsche Zeitung</em> schreiben – und wie sie an der fundamentalen Aufgabe aller Journalisten scheitert: der Recherche. Leider musste ich zum wiederholten Male feststellen, dass es wirklich schon alles im Internet gibt. Das erspart mir zwar einiges an Arbeit, nimmt mir aber das triumphierende Pioniergefühl. Deshalb nur kurz die folgende Geschichte mit einigen Links zum Vertiefen:</p>
<p>Am <strong>27. September</strong>, also vor über einem Monat, schrieb Richard G. Kerschhofer unter dem Pseudonym „Pannonicus“ <a title="Genius: Ungereimtes – gereimt" href="http://www.genius.co.at/index.php?id=165">das Gedicht „Höhere Finanzmathematik“</a> für die der rechtspopulistischen FPÖ nahestehenden österreichischen Zeitschrift „Genius-Brief“, das auch auf der <a title="Genius – Gesellschaft für freiheitliches Denken" href="http://genius.co.at">Website der Genius-Gesellschaft</a> veröffentlicht wurde. In der Folge kursierte dieses Gedicht <a title="Google: &quot;Wenn die Börsenkurse fallen&quot;" href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=%22wenn+die+b%C3%B6rsenkurse+fallen%22&amp;btnG=Suche&amp;meta=">in einigen Foren und Blogs</a> und landete <a title="Der Erdrandbewohner: Gedichte für die Krise" href="http://weltrandbewohner.blog.volksfreund.de/2008/10/12/gedichte-fur-die-krise/">am <strong>12. Oktober</strong> beim Erdrandbewohner</a>, der es mit einem anderen Gedicht (von Kurt Tucholsky) und einer kurzen Erklärung zusammen publizierte. Diese Erklärung wiederum konnte mit viel Unachtsamkeit unter Umständen missverstanden werden. Und da es im Internet alles gibt, wurde sie missverstanden – und so schrieb man das Gedicht plötzlich Kurt Tucholsky zu, z.B. am <strong>16. Oktober</strong> <a title="Stefan Niggemeier: Die Finanzkrise erklärt – Kommentare" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-finanzkrise-erklaert/#comment-51911">in den Kommentaren bei Stefan Niggemeier</a>. Noch am selben Tag (hauptsächlich jedoch am <strong>17. Oktober</strong>) kamen <a title="Stefan Niggemeier: Die Finanzkrise erklärt – Kommentare" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-finanzkrise-erklaert/#comment-52044">kritische Stimmen</a> auf, <a title="Stefan Niggemeier: Die Finanzkrise erklärt – Kommentare" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-finanzkrise-erklaert/#comment-52111">ob hier wirklich Tucholsky am Werk gewesen war</a> &#8211; und besonders, <a title="Stefan Niggemeier: Die Finanzkrise erklärt – Kommentare" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-finanzkrise-erklaert/#comment-52117">ob er von „Spekulantenbrut“ gesprochen hätte</a>. Hatte er natürlich nicht und das Thema war aus der Welt. Einige Zeitungen waren wie gewohnt etwas langsamer, klärten ihre Leser jedoch über den wahren Sachverhalt auf – beispielsweise die <em>Frankfurter Rundschau</em> am <strong>24. Oktober</strong> (bzw. <a title="fr-online.de: Freiheitlich" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1618259_Freiheitlich.html">online bereits am 23. Oktober</a>) und die <a title="Stuttgarter Zeitung: Gute Frage: &quot;Merkt ihr nicht, was mit euch gespielt wird?&quot;" href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1859685_0_2147_gute-frage-quot-merkt-ihr-nicht-was-mit-euch-gespielt-wird-quot-.html"><em>Stuttgarter Zeitung</em> am <strong>29. Oktober</strong></a>.</p>
<p>Und was macht die <em>Westdeutsche Zeitung</em> am <strong>30. Oktober</strong>?</p>
<p><a href="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/10/tucholsky.png"><img class="alignnone size-full wp-image-926" title="tucholsky" src="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/10/tucholsky.png" alt="" width="186" height="762" /></a></p>
<p>Weitere Infos gibt es im <a title="Sudelblog – Das Weblog zu Kurt Tucholsky: Die Entstehung einer Gedicht-Legende" href="http://www.sudelblog.de/?p=378">Sudelblog</a></p>
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		<title>Ich hab es getan</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 15:32:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MainP</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja, ich habe gesündigt. Eine BILD habe ich mir gekauft. Ganze 0,60€ habe ich nun weniger in meinem Portmonee, aber um sich durchzulesen, wie ein Freund komplett falsch zitiert wird sich nicht mit der Übertreibung über sich identifizieren kann, hat sich das dann doch gelohnt. Damit mich diese halbnackte Frau nicht die ganze Zeit von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich habe gesündigt. Eine BILD habe ich mir gekauft. Ganze 0,60€ habe ich nun weniger in meinem Portmonee, aber um sich durchzulesen, wie ein Freund <del datetime="2008-09-25T16:17:00+00:00">komplett falsch zitiert wird</del> sich nicht mit der Übertreibung über sich identifizieren kann, hat sich das dann doch gelohnt. Damit mich diese halbnackte Frau nicht die ganze Zeit von der Seite anguckt habe ich also grade einfach mal das Teil aufgeschlagen. Eigentlich habe ich gar nicht wirklich nach Fehlern gesucht. Also vielleicht ein bisschen nebenbei, aber ich kann da nichts für. Das ist halt so. Ich weiß auch, dass <a href="http://www.bildblog.de/1164/alle-angaben-wie-immer-ohne-gewaehr/">BILDblog</a> sich mit so Lappalien nicht mehr befassen würde, aber, verdammt, liest sich das Teil denn keiner mehr vorher durch? Wenigstens ansatzweise? Überfliegen? Nur mal eben so kurz? Anscheinend nicht:<span id="more-769"></span><a href="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/09/blod.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-770" title="blod" src="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/09/blod.jpg" alt="" width="500" height="203" /><br />
</a></p>
<p>Jetzt ist das Teil wieder zugeklappt und liegt neben mir. Von der Seite guckt mich jetzt Ulrike Folkerts an, die DIESE FRAU liebt. Janee, schon klar.</p>
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		<title>„Ich weiß gar nicht, was du hast; es funktioniert doch noch.“</title>
		<link>http://blog.mainp.de/2008/09/17/ich-weis-gar-nicht-was-du-hast-es-funktioniert-doch-noch/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 12:22:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Börsianer scheinen ja zur Zeit echt arm dran zu sein – oder wie soll ich sonst bitte das Bild interpretieren, mit dem die Westdeutsche Zeitung heute ihr Feature zur Börsenkrise illustriert?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Börsianer scheinen ja zur Zeit echt arm dran zu sein – oder wie soll ich sonst bitte das Bild interpretieren, mit dem die <em>Westdeutsche Zeitung</em> heute ihr Feature zur Börsenkrise illustriert?</p>
<p><a href="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/09/bild4643.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-728" title="wz170908" src="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/09/bild4643-300x225.jpg" alt="" width="456" height="342" /></a></p>
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		<title>Schmidtchen Schleucher mit der politischen Neigung</title>
		<link>http://blog.mainp.de/2008/06/30/schmidtchen-schleucher-mit-der-politischen-neigung/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 21:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser kleine Bericht stammt aus der Westdeutschen Zeitung und ist (noch nicht ganz) zwei Jahre alt. Es geht um die damaligen Wahlen zum Studierendenparlament an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bzw. den anschließenden „Eklat“, als der zu jener Zeit noch amtierende AStA-Chef vom MSB Spartakus das Studierendenparlament für beschlussunfähig erklärte und deshalb die anschließende Wahl eines neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="WZ-Newsline: Wer ist echter AStA-Chef? Labisch soll entscheiden" href="http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=124299">Dieser kleine Bericht</a> stammt aus der <em>Westdeutschen Zeitung</em> und ist (noch nicht ganz) zwei Jahre alt. Es geht um die damaligen Wahlen zum Studierendenparlament an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bzw. den anschließenden „Eklat“, als der zu jener Zeit noch amtierende AStA-Chef vom MSB Spartakus das Studierendenparlament für beschlussunfähig erklärte und deshalb die anschließende Wahl eines neuen AStA-Chefs (der mit den Stimmen von Juso-Hochschulgruppe, die Jugendorganisation der SPD, und LHG, eine der FDP nahestende Hochschulgruppe, gewählt wurde) nicht akzeptierte, es also theoretisch kurzfristig zwei AStA-Chefs gab.</p>
<p>Auf den ersten Blick sieht der Artikel ganz in Ordnung aus: Ein wenig unsauber geschrieben, hier und da eine Übertreibung, Zeichensetzung und Rechtschreibung weitgehend in der Egalität verschwunden – ein durchweg normaler Zeitungsartikel eben.</p>
<p>Auffällig wird der unscheinbare Text erst, wenn man darauf achtet, wer ihn geschrieben hat: René Schleucher.</p>
<p>Sagt euch nichts? Macht nichts, Google hilft: René Schleucher war <a title="JuLis Düsseldorf: Bisherige Kreisvorsitzende" href="http://www.julis-duesseldorf.de/index.php?class=Calimero_Webpage&amp;id=12190">von 1997 bis 1998 Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in Düsseldorf</a>.</p>
<p>Rainer Matheisen, AStA-Vorsitzender für die LHG, verlinkt in <a title="bundes-lhg.org: LHG Düsseldorf im AStA!" href="http://www.bundes-lhg.org/forum/viewtopic.php?t=191">einem Beitrag im Forum der Bundes-LHG</a> aus dem Jahr 2006 sogar explizit auf den WZ-Artikel, um seiner Freude über die Niederlage der von ihm abschätzig so genannten „Marxisten“ einen seriösen, „objektiven“ Anstrich zu geben.</p>
<p>Ich mag ja gar nicht daran zweifeln, dass die <em>WZ</em> das „Unabhängig – kritisch – überparteilich“ theoretisch ernst meint, aber dann soll sie doch bitte praktisch auch darauf achten, dass nicht ausgerechnet derjenige Reporter, der mal Kreisvorsitzender der JuLis war, einen gefälligen Artikel über die Aktivitäten der Liberalen Hochschulgruppe schreibt.</p>
<p>Auf der anderen Seite kann man ja froh sein, dass die politische Komponente hier so offensichtlich ist. Wer weiß, welche politischen Präferenzen andere Reporter haben, die sie nicht offen darlegen, aber dennoch in ihre Berichte einfließen lassen.</p>
<p>This is Verschwörungstheorie calling – MainPlog: 12 Points.</p>
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		<title>Wortwitz am Tag danach</title>
		<link>http://blog.mainp.de/2008/06/26/wortwitz-am-tag-danach/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 10:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MainP</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kai Diekmann]]></category>
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		<description><![CDATA[*träum*]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/06/kai1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-374" title="kai1" src="http://blog.mainp.de/wp-content/uploads/2008/06/kai1.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a>*träum*</p>
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